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Rosmarin - eine schmackhafte Heilpflanze

Aktualisiert: 24. Aug. 2022


Der Rosmarin ist einer meiner Lieblingskräuter. Bei uns im Garten wird er fleissig abgeerntet.

Rosmarin ist bei uns nicht einheimisch, dennoch übersteht er vielerorts die nun milderen Winter recht gut.



Die meisten von uns kennen Rosmarin als Gewürz in der Küche, als aromatische Pflanze in Kübel und Gärten. Doch er ist weitaus mehr als das - eine starke und auch noch leckere Heilpflanze.




Porträt

Rosmarin stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet und wird vielfach bei uns kultiviert. Vor allem dient er als Würzpflanze bei der Zubereitung von Fleisch-, Gemüsegerichten, Gebäcke, Saucen und in Kosmetika.

Seine Heimat verrät es bereits - er liebt trockene Böden und einen sehr sonnigen Standort.

Der verholzende Kleinstrauch wird bis zu 100 cm hoch und bildet linealisch, am Rand nach unten eingerollte Blättchen. Diese behält er im Winter, er gehört demnach zu den immergrünen Pflanzen. In den Blättern wie auch im Trieb finden wir dann auch das aromatische ätherische Öl, welches charakteristisch für seinen Geschmack ist.

Nebst den Blättern sind auch die Blüten typisch für den Rosmarin. Sie erscheinen zwischen März bis Mai, in typischer Lippenblütler-Form und sind leuchtend hellblau. Nicht nur wir lieben diese zahlreich an den Blattachseln gebildeten Blüten, auch Insekten können davon provitieren. Denn die Rosmarinblüten sind für sie eine geeignete Nahrungsquelle.



Stammpflanze:

Rosmarinus officinalis

Familie:

Lamiaceae / Lippenblütler

Verwendeter Teil:

Rosmarini folium, Rosmarinblatt

Wirkstoffgruppe:

Ätherische Öle

Merkmale:

verholzender Kleinstrauch, Immergrün

Herkunft/ Lebensbereich:

Mittelmeergebiet, bei uns häufig kultiviert. Mag trockene Böden, vollsonniger Standort






Verwendung als Heilpflanze


Signatur des Rosmarins

In der Signaturenlehre, welche aus der Gestalt einer Pflanze seine Wirkung ableitet, ist sein feuriger Charakter zu erkennen. Die Triebe und Blätter erinnern an züngelnde Flammen. Zudem zeigen auch die Blüten seine grosse Wärmekraft. Denn die Blüten erscheinen nahe am Winter und können bei zu warmen Wintern auch ausbleiben.


"Pflanze gewordene Wärme" J. Reinhard

In der modernen Pflanzenmedizin konnte wurde durch seine Wirkstoffkombination sein wärmender Wirkmechanismus bestätigt.


Wirkungsweise

Im Rosmarin sind vor allem ätherische Öle enthalten, aber auch Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide. Diese Kombination wirkt vor allem stimulierend, anregend und stärkend.


Wirkungen und Einsatzgebiete

Durch den Hauptanteil an ätherischen Ölen wirkt Rosmarin vor allem Durchblutungsanregend, was bei äusserlicher wie innerlicher Verwendung von Bedeutung ist.

Durch die Kombination mit Gerbstoffen wird eine antiseptische und antimikrobielle Wirkung erzeugt.


Sein Haupteinsatzgebiet ist das Herz- Kreislaufsystem. Hier entfaltet er eine blutdrucksteigernde, kreislaufanregende Wirkung. Er wird bei Hypotonie (Blutniederdruck), Konzentrationsstörungen und allgemeinen Schwächezuständen verwendet.


Im Verdauungstrakt wird Rosmarin häufig bei Verdauungsschwäche eingesetzt. Durch seine krampflösende und blähungswidrige Wirkung lassen sich einige Beschwerden gut behandeln. Vorsicht geboten ist bei akuter Gastritis (Magenschleimhautentzündung), da kann die Wirkung kontraproduktiv sein. Zudem wirkt er appetitanregend und allgemein tonisierend im gesamten Verdauungsapparat.


Die ätherischen Öle im Rosmarin wirken zudem auch in den Atemwegen. Bei einer Erkältung kann er gut zur Inhallation verwendet werden.


Äusserlich entfaltet er seine durchblutungssteigernde und wärmende Wirkung besonders da, wo schmerzhafte Beschwerden durch Kälte verursacht werden. So zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankugnen.



Kontraindikationen: Schwangerschaft, Magenschleimhautentzündung


Rosmarin in der Humoralmedizin

In der traditionellen, europäischen Humoralmedizin besitzt der Rosmarin warmer und trockener Charakter. Dies ist dann von nöten, wenn im Kopf wie auch im Bauch eine Kälte vorhanden ist und auch Leber und Milz unter Wärmemangel leiden. Denn durch diesen Mangel an Wärme können die Organe ihre Aufgabe nicht genügend wahr nehmen. Gibt man nun Rosmarin ins System, wird die Bildung von Sanguis angeregt, Organe werden von zäher Feuchtigkeit befreit und vor allem schwarzgallige Schärfen werden vermindert.


Zubereitungsformen

Rosmarin kann natürlich bestens in der Küche verwendet werden, wie es wohl die meisten von uns bereits machen. Er wird aber auch als Teekraut, Tinktur oder spagyrische Essenz im Handel angeboten. Zur äusserlichen Verwendung gibt es Einreibungen, Seifen, Douches, Schampoos. Auch als Badezusatz ist der Rosmarin eine beliebte Essenz.





Fazit

Rosmarin ist eine meiner Lieblingspflanzen. Nebst ihrem charakteristischen Aussehen und ihrem Aroma finde ich die Heilanwendung extrem spannend. Seit eh und je begleitet mich die Pflanze - und tatsächlich bin ich ein Hypotoniker. So war ich überrascht, als ich über seine Wirkungen erfuhr, welche perfekt zu meiner Konstitution passen. Manchmal ist unser Instinkt doch mehr als wir zu glauben scheinen, denkt ihr nicht auch?

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