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Baunscheidtieren


Oder der Einsatz des Lebensweckers


Das Baunscheidtverfahren wurde von Carl Baunscheidt zufällig entdeckt, als seine rheumatischen Schmerzen durch Mückenstiche geheilt wurden.

Daraufhin entwickelte er den «Lebenswecker», einen Stichelapparat, wie im Bild einer zu sehen ist.



Damit wird die Haut angestichelt und dann mit einem Reiz-wirkenden, pflanzlichen Öl betupft. Dieses gibt es mit oder auch ohne Histamin, zweiteres ist ideal für Allergiker. Durch das Öl, welches nun in die Hautschichten vordringt, entsteht eine lokale, künstlich erzeugte Entzündungsreaktion. Durch diese lassen sich «kalte» oder auch verschleppte Entzündungen sehr gut behandeln.


Zum Ablauf

Nach dem auftragen des Öls verspürt man einen Juckreiz, welchem eine starke Rötung der Haut folgt. Nach und nach bilden sich Pusteln auf der Haut, welche an Brennnesselzeichen erinnern. Nach ca. 20 Minuten ist dann der Spuck vorbei und die sichtbaren Zeichen sind weg.


Der Vergleich mit der Brennnessel kommt nicht von ungefähr, denn vor Calr Baunscheidt hatte man eine ähnliche Heilmethode bereits angewendet. Diese wurde Urtikarisieren genannt – der Name ist Programm. Denn die Brennnessel heisst in lateinisch Urtica. Und mit dieser wurden eben rheumatische Gelenke abgeklopft, um auch die Entzündungsreaktion zu erhalten.

So zu sagen eine günstige und einfach selber anzuwendende Methode, welche man problemlos heute noch durchführen kann. Hier würde ich jedoch noch vermerken, dass die Wirkung beim Baunscheidt-Verfahren wirklich mal abklingt, wogegen diese der Brennnessel immer wieder aufkommen kann.


Anwendungsgebiet

Angewendet kann diese Methode in sehr vielen Fällen, hier einige Beispiele:

  • Erkrankungen im Bewegungsapparat: Rheumatische Erkrankungen, Arthrose, Arthritis, Muskelhartspann.

  • Infekte, Infektanfälligkeit: vor allem im Atmungssystem, bei entzündeten Bronchien, HNO Infektionen, langwierige Infektionen

  • Erkrankungen des Nervensystems: Migräne, Neuritiden

  • Erkrankungen im Verdauungstrakt: Reizmagen, -Darm, Pankreasschwäche, chronische Opstipation

Dies sind nur einige Beispiele, die Liste ist nicht abschliessend


Wirkbereiche

Die Wirkungen lassen sich folgendermassen zusammenfassen:


Durch die künstlich erstellte Entzündung wird die Durchblutung stark angeregt, der Lymphstrom aktiviert. Dadurch werden Stoffwechselendprodukte mobilisiert und ausgeschieden.

Auch das Abwehrsystem in den behandelten Zonen wird gesteigert. Damit kann man nach Erkältungen oder Infektionskrankheiten der Atemwege den Körper dabei unterstützen, starken Schleim loszuwerden und die Abwehrkräfte wieder aufbauen.


Über kutiviszerale Reflexbeziehungen stehen unsere inneren Organe mit der Haut in Kontakt. Setzt man hier nun einen Reiz, werden die Organe angeregt und deren Funktion gestärkt. Dadurch lassen sich auch Beschwerden der inneren Organe (z.B. Verdauung) behandeln.


Last but not least: durch die entstehende Wärme der verstärkten Durchblutung entspannt sich die Muskulatur. In Kombination mit einer therapeutischen Massage können so sehr effektiv Muskelhartspanne gelöst und Beschwerden dadurch gut eliminiert werden.


Einzig bei akuten Fieberzuständen, Hautverletzungen oder allergischen Reaktionen ist der Einsatz dieser Methode nicht die richtige Wahl. Bei letzterem kann auf das histaminfreie Öl zurückgegriffen werden. Dies müsste aber in jedem Fall genau beurteilt werden.


Mein Fazit:

Ich wende die Methode äusserst gerne an. Sie ist einfach, effektiv und bietet gute Resultate. Sie lässt sich zudem sehr gut zu anderen Methoden anwenden, womit das Einsatzgebiet noch erweitert ist.

Die Dauer einer Behandlung richtet sich nach Grösse des zu behandelnden Areals, ist jedoch eine eher schnelle Methode. Wichtig dabei ist die Regelmässigkeit, welche für den Heilerfolg relevant ist. Zum Glück kann die Methode problemlos selber zu Hause erfolgen, nach einer genauen Instruktion.


Alles in Allem eine wirklich tolle Sache, dieses Baunscheidt-Verfahren.


In der Sicht der Humorallehre bringt es vor allem das Phlegma, also den Schleim in Bewegung. Gerade bei Menschen mit einer lymphatischen, hydrogenoiden oder kattarhalisch-rheumatischen Konstitution kann es das Mittel der Wahl sein.


Wie erfahre ich, welche Konstitution ich habe? Vereinbare einen Termin bei mir und wir führen eine Irisdiagnose durch. Diese gibt Auskunft über unsere Konstitution.

Bist du interessiert oder hast Fragen dazu? Dann melde dich bei mir, ich freue mich!




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